Immer mehr Menschen haben Bandscheiben-Probleme und Rückenbeschwerden. Sie sind meist überfordert, wenn es darum geht, die geeignete Matratze für einen erholsamen Schlaf und ergonomisches Liegen zu finden. Nur eine passende orthopädische Matratze kann Menschen mit Wirbelsäulenerkrankungen (Bandscheiben-Vorfall, Wirbelsäulen-Fehlstellungen, Lähmungen) oder Rücken und Nacken-Schmerzen helfen. In einer etwas besseren Ausgangsposition sind Menschen, die sich ihre Gesundheitsprobleme durch zu langen Matratzen-Gebrauch oder eine ungeeignete Matratze zugezogen haben.

Übrigens: Orthopädische Matratzen eignen sich auch für Menschen ohne Rückenbeschwerden. Sie bieten den Gelenken nachts bessere Entspannung als herkömmliche Schlafunterlagen.

 

Vor- und Nachteile von orthopädischen Matratzen

Vorteile

  • Entlastung von Wirbelsäule, Bandscheiben und Gelenken
  • Der auf Wirbelsäule, Gelenke und Bandscheiben ausgeübte Druck wird optimal verteilt
  • Linderung von Muskelverspannungen sowie Knochen und Gelenkschmerzen
  • Verhinderung von Durchblutungsstörungen („eingeschlafene“ Füße und Hände)

Nachteile

  • Teurer als herkömmliche Matratzen
  • Je nach verwendeten Materialien eventuell schwerer
  • Der vorhandene starre Lattenrost muss durch einen flexiblen ersetzt werden

 

Was macht eine gute orthopädische Matratze aus?

Gute orthopädische Matratzen sorgen dafür, dass die Wirbelsäule in der Seitenlage ihre doppelte S-Krümmung behält. Die Bandscheiben dürfen unter keinen Umständen zusammengedrückt werden. Welches Material sie haben, ist vom persönlichen Geschmack des Käufers abhängig. Der Härtegrad ist ebenfalls subjektiv: Mancher Schläfer bevorzugt weiches, der andere härteres Liegen. Eine mittel-harte Matratze gibt ihm ein straffes, aber nicht unangenehmes Liege-Gefühl.

Eine harte Matratze sollte er jedoch nur dann wählen, wenn er (chronische) Nacken-Schmerzen hat. Die Ansicht, bei orthopädischen Problemen sollte man unbedingt auf einer harten Unterlage liegen, gilt mittlerweile als veraltet: Hartes Liegen kann die Schmerzen sogar noch verstärken. Jedoch darf die orthopädische Matratze nicht so weich sein, dass die Wirbelsäule in Rücken oder Seitenlage durchhängt.

Welche Anzahl von Liege-Zonen er wählt, hängt ebenfalls von seinem individuellen Geschmack ab. Wichtig ist nur, dass die Körperzonen auch mit den entsprechenden Liege-Zonen übereinstimmen (Probe-Liegen!). Auch der Liege-Komfort unterliegt subjektiver Einschätzung.

Eine gute orthopädische Matratze hat eine Schulter-Absenkung, sodass sie auch von Seiten-Schläfern verwendet werden kann. Sie wird meist durch in die Oberfläche geschnittene Quer-Kanäle gewährleistet. Die mittlere Matratzen-Zone muss grundsätzlich härter als die Schulterzone sein. Außerdem ist die Schlafunterlage nur dann optimal geeignet, wenn der Betreffende morgens ohne die üblichen Schmerzen und Muskelverspannungen aufwacht und Patienten, die noch zusätzlich an Atem-Problemen leiden, diese nach dem Aufwachen im Bett nicht mehr verspüren.

Bei starken Wirbelsäulenproblemen empfiehlt sich der Kauf einer zusätzlichen Matratzen-Auflage aus Visco-Schaum. Sie ermöglicht eine noch bessere Anpassung an die Ausbuchtungen der Wirbelsäule. Alte Menschen mit Gelenk und Rückenbeschwerden sind mit einer hohen orthopädischen Matratze gut bedient: Sie entlastet die Gelenke stark und verbessert die Blutzirkulation.

Bei Ischias Patienten gibt eine gute orthopädische Matratze in der Schulter und Hüft-Zone nach. Dafür eignen sich durch Körperwärme formbare Materialien wie viscoelastische Schäume. Die besten orthopädischen Eigenschaften haben übrigens Matratzen aus Latex und Viscoschaum.

Was gilt es, bei einer orthopädischen Matratze zu beachten?

Ortophaedischematratze

Grundsätzlich gilt folgendes: Die Frage, welche(s) Matratzen-Art/Modell man kaufen sollte, kann nicht pauschal beantwortet werden. Wichtig ist, dass die Schlafunterlage über bestimmte Merkmale verfügt, die sie von normalen Matratzen unterscheidet und die die speziellen Gesundheitsprobleme des Liegenden berücksichtigen.

Sind sie gegeben, sollte nur der Liege-Komfort maßgebend sein. Denn nur er entscheidet, ob die 8 Stunden Schlaf auf der orthopädischen Matratze eine Erholung werden oder der Schläfer morgens mit den üblichen quälenden Schmerzen, Verspannungen und schlimmstenfalls Mobilitätsstörungen aufwacht. Da der Liege-Komfort subjektiver Einschätzung unterliegt, sollte der Käufer die Matratze vor der endgültigen Abnahme ausgiebig testen können.

Auch der Härtegrad spielt eine Rolle beim Kauf der orthopädischen Matratze. Er ist vom Körpergewicht des Schlafenden abhängig und sollte möglichst durch eine Gewichtsangabe spezifiziert sein. Was die Materialien angeht, so empfiehlt es sich, nach Möglichkeit keine normalen Federkern-Matratzen zu kaufen, da sich die Metallfedern wegen ihrer runden Form nicht an die Körperform des Liegenden anpassen.

Eine bessere Punktelastizität bieten Taschen-Federkernmatratzen. Bei ihnen sinkt der Körper dort ein, wo er aufliegt und wird an den anderen Stellen gestützt. Derartige orthopädische Matratzen sind – wie der Matratzen Test zeigte – gut geeignet, wenn man orthopädische Probleme hat.

Latex orthopädische Matratzen bieten eine gute Anpassung an den Körper, sind jedoch teurer als andere orthopädische Schlafunterlagen. Außerdem haben sie ein höheres Gewicht. Da auch 100-prozentiges Naturlatex nicht so atmungsaktiv ist wie andere Werkstoffe, sollten die Wasch-Bezüge nach Möglichkeit noch mit anderen die Bett-Hygiene verbessernden Materialien verarbeitet worden sein.

Kaltschaum orthopädische Matratze bieten eine sehr gute Anpassung an die Körperform des Schläfers. Bei ihnen verbleibt die abgestrahlte Körperwärme länger in der Matratze – ein Effekt, von dem insbesondere Menschen profitieren, die im Bett stark frieren.

Orthopädische Matratzen aus viscoelastischem Schaum empfehlen sich, wenn der Käufer unter Ischias leidet: So wird auch die Hüft-Partie optimal gestützt. Außerdem sind sie wesentlich weicher als andere orthopädische Matratzen.

Aufbau einer orthopädischen Matratze

Der Matratzen-Kern orthopädischer Matratzen wird aus einem einzigen Werkstoff gefertigt oder besteht aus einer Materialkombination von meist zwei oder drei verschiedenen Werkstoffen. So kann man beispielsweise Naturlatex orthopädische Matratzen, Naturlatex-Kaltschaum oder Kaltschaum-Naturlatex-Viscoschaum Matratzen kaufen. Auch orthopädische Matratzen sind mit Luftkanälen ausgestattet, die für eine ausreichende Belüftung der Schlafunterlage sorgen und so ein angenehm trockenes Schlaf-Klima gewährleisten. Dafür verwenden die Hersteller unterschiedliche Schnitttechniken.

Spezialisierte Anbieter wie Allnatura bieten große Expertise darin orthopädische Matratzen herzustellen.

Orthopädische Matratzen gibt es mit 5 oder mit 7 Liege-Zonen. Haben sie nur 5 Liege-Zonen, sind diese stärker ausdifferenziert als bei gewöhnlichen Schlafunterlagen. Manche Hersteller bieten eine Alternativlösung an: Die Unterlage ist generell weicher, kann aber dafür bequem über den Lattenrost eingestellt werden. Ist das der Fall, sollte der Hersteller jedoch explizit darauf hinweisen. Wie andere Matratzen sind auch orthopädische Matratzen punktelastisch.