Was ist das Besondere an einer Allergiker Matratze? Wo liegen die Unterschiede zu normalen Matratzen?

Das Problem

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Bett und Matratze sind unser nächtlicher Erholungsort, bilden aber leider aber auch den bevorzugten Lebensraum für unerwünschte, gefährliche Mitbewohner: die Hausstaubmilben. Rund zwei Drittel aller im Haushalt lebenden Milben siedeln sich ausgerechnet hier an. Mehr als die Hälfte davon hat es auf unsere Matratze abgesehen, der Rest sucht sich Kopfkissen, Bettdecken oder Bezüge als Behausung aus. Schon ein einziges Gramm Staub kann gut 10.000 solcher Milben in ein Bett tragen. Die fühlen sich dort sehr wohl: es ist warm, durch nächtliches Schwitzen entsteht viel Feuchtigkeit und kleinste Hautschuppen, die wir im Bett verlieren, werden zur Nahrung der Milben.

Auch Sporen von Schimmelpilzen oder tierisches Bettenmaterial wie Ross- oder Kamelhaar ernähren Milben regelmäßig. Ist diese ganze Nahrung verdaut, wird sie auch wieder ausgeschieden und auf diesen Milbenkot, der zu mikroskopisch kleinen Teilen zerfällt und dann in die Atemluft gelangt, reagieren viele Menschen allergisch . Morgens ist die Nase verstopft oder läuft, die Augen jucken und brennen, Hautausschlag und Hustenanfälle treten auf und sogar chronisches Asthma kann die Folge sein. Im schlimmsten Fall droht selbst ein allergischer Schock. Was können wir dagegen tun und vor allem: welche Matratze verhindert solchen Milbenbefall mit seinen gesundheitsschädlichen Folgen?

Die Lösung

Gänzlich kann leider keine Matratze Milben fernhalten. Einer besonderen Allergiker Matratze gelingt es aber zumindest, die Milbenkonzentration so minimal zu halten, dass auch die von den Milben ausgelösten gesundheitlichen Probleme gering bleiben. Dafür sind der Kern einer Allergiker Matratze und vor allem ihr Bezug besonders gestaltet. Dazu gehört dann nicht nur ein abnehm- und waschbarer Bezug, sondern auch die einzelnen Materialien und die Verarbeitung ist speziell auf Allergiker zugeschnitten.


Worauf muss ich beim Kauf einer Allergiker Matratze achten?

Aufbau der Allergiker Matratze

Kaltschaum oder Latex sind ideale Materialien für eine Allergiker Matratze. Der Kaltschaum ist dabei sehr atmungsaktiv, kann gut die durch Schwitzen im Schlaf entstehende Feuchtigkeit regulieren und sorgt damit für ein trockenes Schlafklima, in dem Schimmelpilze keinen Nährboden erhalten. Eine Latexmatratze ist nicht ganz so atmungsaktiv, dafür bringt dieses Material schon von Haus aus antibakterielle Eigenschaften mit. Auch Viscoschaum ist äußerst resistent gegen Hausstaubmilben.

Die Federkernmatratze ist dagegen nichts für Allergiker. Sie hat eine sehr offenporige Struktur, die Unmengen feinster Hautschuppen festhält und damit ein ideales Zuhause für die Milben entstehen lässt. Auch gewöhnliche Schaummatratzen sind als Allergiker Matratze nicht ideal, da ihre Schaumstruktur nur mäßigen Luft- und Feuchtigkeitsdurchlass bietet. Wer neben der Hausstauballergie auch mit einer Latexallergie zu kämpfen hat, konzentriert sich bei der Auswahl seiner Allergiker Matratze natürlich gleich auf Modelle mit Kalt- oder Viscoschaum.

Bezug der Allergiker Matratze

Dem Bezug einer Allergiker Matratze müssen wir sogar noch etwas mehr Aufmerksamkeit schenken.

Er sollte zunächst einmal einen Reißverschluss besitzen und abnehmbar sein. Denn nur dann kann er auch regelmäßig hygienisch und gründlich bei einer Maschinenwäsche gereinigt werden. Auf der Pflegeanleitung sollte dazu mindestens eine Waschtemperatur von 60 Grad stehen. Erst ab dieser Temperatur werden Milben in der Waschmaschine abgetötet und auch Allergene beseitigt. Manche Allergiker Matratze hat auch einen Bezug, der sogar bei 95 Grad als sogenannte Kochwäsche gereinigt werden kann. Das ist aber im Normalfall nicht erforderlich: nur bei anderen ansteckenden Krankheiten oder einem stark geschwächten Immunsystem muss auf diese Möglichkeit bei der Auswahl einer Allergiker Matratze geachtet werden.

Außerdem darf der Bezug einer Allergiker Matratze kein tierisches Material wie Kamel- oder Rosshaar enthalten. Wollanteile dürfen ebenfalls nicht verarbeitet sein. Fasern aus Cellulose wie Lyocell oder Tencel sind besser geeignet. Einige Hersteller entziehen diesen Materialien zusätzlich noch das Eiweiß, damit Milben hier überhaupt keine Nahrung finden können.

Mancher Bezug einer Allergiker Matratze nutzt auch eine Beschichtung, um Milben davon abzuhalten, sich dauerhaft in der Matratze einzunisten. Eine solche Allergiker Matratze trägt dann meist die Bezeichnung milbendicht. Diese Beschichtung hat allerdings einen gravierenden Nachteil: sie unterbindet als Nebeneffekt die wichtige Zirkulation von Luft und Feuchtigkeit im Bett. Darunter leidet dann das ganze Schlafklima. Ein Encasing ohne Beschichtung ist hier die bessere Alternative.

Da Allergiker häufig auch auf Schad- und Duftstoffe sensibel reagieren, müssen alle verwendeten Materialien selbstverständlich geprüft und entsprecht mit Siegeln wie dem Öko-Tex Standard 100 oder anderen Labeln zertifiziert sein. Mit Vorsicht zu genießen ist hier auch der Ansatz einiger Hersteller, die ätherische Öle zur Milbenabwehr in ihrer Allergiker Matratze einsetzen. Das kann bei empfindlichen Menschen ebenfalls leicht Reizungen auslösen.


Tipps für Allergiker

Bezug

Der Kauf einer Allergiker Matratze mit besonderem Bezug ist der erste und wichtigste Schritt, um sich von Beschwerden oder Erkrankungen durch Hausstaubmilben zu befreien. Die restliche Ausstattung des Betts wie Decken oder Kissen muss dann natürlich ebenso auf die besonderen Bedürfnisse eines Allergikers angepasst werden, denn sonst siedeln sich hier schon wieder die nächsten Milbenkolonien an.

Hygiene

Dazu müssen Betroffene ihrem Bett und der Hygiene dort noch etwas mehr Aufmerksamkeit schenken als andere. Auch eine Allergiker Matratze muss regelmäßig durchlüftet werden, damit die in der Nacht aufgenommene Feuchtigkeit schnell wieder trocknen kann – dazu am besten täglich die Bettdecken und Kissen abnehmen und die Matratze länger auslüften lassen.

Raumklima

Im Schlafzimmer sollte dazu eher ein kühles, trockenes Raumklima herrschen. Die Temperatur übersteigt im besten Fall nicht die 20-Grad-Marke und die Luftfeuchtigkeit bewegt sich dabei unter 60 Prozent. Ideal ist es auch, wenn morgens gleich nach dem Aufstehen ausgiebig gelüftet wird. Die Feuchtigkeit der Nacht kann so schnell aus dem Raum entweichen und viel frische Luft gelangt dafür hinein, was das Risiko von Schimmelpilzbefall mindert. Zusätzliche Feuchtigkeitsproduzenten wie Pflanzen entfernen Allergiker lieber gleich aus den Schlafräumen, falls sie das wegen ihrer Sensibilität nicht ohnehin schon erledigt haben. Solche Topfpflanzen treiben nämlich nicht nur die Luftfeuchtigkeit nach oben, in der Erde verstecken sich oft auch Schimmelpilze, die wir ja gerade aus dem Schlafzimmer verbannen wollen.

Pflege

Regelmäßiges Drehen und Wenden gehört auch bei einer Allergiker Matratze zum Pflegeprogramm. So erfährt die Matratze keine einseitige Belastung und es entstehen keine feuchten, schlecht belüfteten Stellen. Das Drehen können wir dann gleich mit dem Abziehen und Waschen der Bezüge verbinden – die sollten circa alle acht Wochen einmal abgenommen und in der Maschine gereinigt werden . Nach der Wäsche brauchen die Bezüge dann genügend Zeit zum Trocknen, falls sie nicht wie bei mancher Allergiker Matratze auch für den Trockner geeignet sind.

Auf keinen Fall sollten sie noch im feuchten Zustand aufgezogen werden – deswegen immer rechtzeitig mit der Reinigung beginnen, damit nicht schon wieder die Schlafenszeit am Abend drängelt.